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Meine kleine Kolumne

Als ob es vor ein paar Monaten einen Aufruf an alle Frauen Hamburgs gegeben hat, sind momentan alle möglichen Frauen um mich herum schwanger. Diejenigen, die noch nicht schwanger sind reden davon, dass sie in naher Zukunft gern ein Kind bekommen würden und junge Frauen, mich eingeschlossen, die ein Kind noch nicht einmal in Aussicht haben, die reden darüber wie es wäre eines zu haben und wie sie es erziehen würden.

Alleine auf der Arbeit sind es 3 die schwanger sind, eine die plant im August schwanger zu werden, in ihrer Hochzeitsnacht , und in der Uni habe ich unzählige Frauen mit einem überdimensionalen Bauch gesehen, woraus ich schließe, dass jene ebenfalls schwanger sind. Denn obwohl Deutschland eines der "fettesten Länder" ist, wäre die Ansammlung von Fett auf jene Art und Weise äußerst misteriös. Achja, und die Kollegen die nicht schwanger sind, auf Grund von Männlichkeit oder einfach auf Grund von Nicht-Schwanger-Seins, die haben schon mindestens ein Kind. Persönchen wie mich sind Mangelware. Was mir durchaus zu denken gibt.

Heute auf der Arbeit, haben eine Kollegin und ich den ganzen Tag neben dem, mittlerweile automatisch ablaufenden, Arbeitsvorgang gesabbelt und kamen irgendwann auf das Thema Kinder bekommen. Sie ist 23 und seit 6 Jahren in einer festen Beziehung, ich bin 21 und  Single. Wir haben quasi schon genau durchgeplant wie wir unsere Kinder erziehen werden, soweit man das durch Eckpunkte überhaupt planen kann, wir wissen nun welche Art Kinderwagen wir haben möchten und was wir unseren Töchtern (ja, wir wissen auch schon dass wir Töchter bekommen) sagen werden wenn sie mit 11 Jahren in Minirock und Pamela Anderson -Aufmachung zur Schule gehen wollen. Entweder ist das ein Zeichen dafür, dass ich mir dringend eine andere Beschäftigung suchen muss oder es gibt soetwas wie eine Babyepedimie. Ein Sog der Frauen den Kopf wäscht und sie über Babys brabbeln lässt, eine Art Gen, das ohne Vorwarnung aktiviert wird.

Ich bin auch tatsächlich mit der Lust auf ein Kind verblieben. Unglaublich. Ich ! 21 Jahre, Studentin, Single. Richtig! Das sind sicherlich die Mütter der Zukunft

Oh man, ich plädiere für einen Virus den man einfach nur auskurieren muss....

Achja, bevor ich es vergesse. Es wird ein Mädchen, der Kinderwagen muss schlicht aber schön und zu einer Karre umzubauen sein und meiner 11 jährigen Valentina, Penélope oder Lara werde ich gar keine Standpauke halten müssen wenn sie in einem nuttigen Outfit in die Schule gehen will während sie zu Hause noch mit Barbies spielt, da MEINE TOCHTER sowas natürlich NIEMALS machen würde

2.1.08 14:05, kommentieren

Männer - eigentlich hab ich nichts gegen sie...

Ausgehend von einem speziellen Abend, den ich am 6. Dezember 2007 hatte und dem, was momentan in meiner Firma so los ist, habe ich mir mal etwas Gedanken über die Männerwelt gemacht und ob all das Geschehene mit einem Neuronenchaos oder einfach nur einer Überfunktion der männlichen Libido zu erklären ist.

An besagtem Abend, hat mich ein Freund und Arbeitskollege zu Wachs in seinen Händen gemacht. Auf Hochdeutsch bedeutet das, wir haben 3 Stunden alleine an einem zentralen, öffentlich Platz in Hamburg verbracht haben und das relativ ungehalten. Ohne jetzt in langweilge Details zu verfallen sei gesagt, dass quasi alles zwischen uns passiert ist, was vor dem Sex kommt. Das alles aus heiterem Himmel nach einem Weihnachtsmarktbummel mit Kollegen die sich zu der Zeit zum Glück bereits alle verabschiedet hatten und garniert mit Liebesschwüren, obwohl er in festen Händen ist, sowie unzähligen süßen Worten und Phrasen. Danach haben wir nie wieder über jenen Abend und was dort passiert ist gesprochen. Das versteh wer will. Momentan kleben mir etwa vier bis fünf Mitarbeiter in der Firma an den Hacken, die allesamt entweder vergeben sind oder sogar einen Ehering und mindestens ein kleines Kind ihr eigen nennen.

Hab ich da was verpasst ? Was motiviert Männer, die durchaus bereits ein Erwachsenenalter erreicht haben, die Freundin oder Frau zu betrügen für einen Abend obwohl die ja sooooo glücklich in ihrer Beziehung sind. Sind wir jungen Dinger daran Schuld ? Dadurch dass wir so unschuldig aus unseren T-Shirts gucken und uns eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit der männlichen Spezies erlauben weil wir halt nich mal im geringsten daran denken, dass die einem mit ihren Blicken die Wäsche vom Leib reißen ? Ist es eine normale Entwicklung dass Männer irgendwann gelangweilt sind wenn sie eine gewisse Jahresmarke in ihrer Beziehung überschreiten ?

Ich bin bisher noch nicht dahinter gekommen. Aber mir wird ehrlich gesagt übel davon, daran zu denken, dass Männer so ticken (eigentlich hasse ich Verallgemeinerungen, aber in dieser Frage schmeiss ich einfach mal alle in einen Topf), dass sie sich ihre Frau für zu Hause suchen und sich dann ausserhalb der vier Wände die Hälse ausränken während sie jungen Dingern nachstarren oder sogar ernsthaft versuchen solche rumzukriegen. Es gibt ja leider genug naive Dinger die sich auf sowas einrichten. Männer scheinen das zu riechen. Nicht bedacht wird dabei wahrscheinlich, dass solche Frauen sich dann auch tatsächlich so emotional in die Sache verwickeln können, dass sie denken sie hätten eine Chance gegen die Frau die zu Hause bei denen hinterm Herd stehen. Und dann wird es gefährlich. Wie oft habe ich das in meinem Freundes- und Bekanntenkreis schon erlebt. Und das waren keine dummen Frauen. Aber sie sind halt Frauen. Und dass wir anders ticken als Männer ist ja bereits bekannt.

Wir Frauen haben Macht. Die Macht der Männer ist allerdings um einiges gefährlicher. Wenn ein Mann eine Frau will, für eine Nacht beispielsweise, ist es die Frau die es zulassen oder abweisen kann. Dann guckt der Mann dumm aus der Wäsche. Manche Männer allerdings haben es sehr gut drauf zu manipulieren. Perfektionert hatte das übrigens derjenige auf den ich reingefallen bin. Nur mal eben so als Anmerkung.

Momentan ist mir der Mut genommen worden, dass es noch "anständige", aufrichtig liebende Männer gibt. Ich weiss natürlich dass es sie gibt, aber wirklich glauben werde ich das erst wenn ich einen treffe...

 

2.1.08 15:11, kommentieren

Glück

Ich habe vor ein paar Wochen einen Roman geschenkt bekommen, welcher von der Suche nach dem Glück handelt. Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt ob ich eigentlich glücklich bin. Keine so einfache Frage, dazu müsste man Glück nämlich definieren können.

Eingangs, um dem ganzen Thema näher zu kommen, habe ich mich gefragt, ob es etwas gibt , was ich gerne hätte, aber nicht besitze, was meinen Glücksfaktor irgendwie beeinträchtigen könnte. Mit besitzen ist nicht das Materielle gemeint, sondern das Persönliche. Spontan dachte ich mir, ich habe eigentlich alles was ich mir wünsche bis auf eine feste Beziehung. Ich verstehe mich blendend mit meiner Familie, habe tolle Freunde und Bekannte, ich sorge selbst dafür, dass ich weiter studieren kann in dem ich arbeiten gehe, die Firma in der ich arbeite ist toll, meine Kollegen angenehm, ich studiere was mich wirklich interessiert, bin Mitte letzten Jahres von zu Hause ausgezogen und lebe selbstständig und ich habe es geschafft in genau den Stadtteil zu ziehen in dem ich schon immer wohnen wollte. Dann fiel mir auf, dass es mich eigentlich garnicht so wirklich stört keinen Partner zu haben. Natürlich sehnt man sich in manchen Momenten danach und fühlt sich stellenweise einsam. Aber deshalb zu sagen ich bin nicht glücklich, wäre übertrieben.

Weiterhin schaute ich mir den Verlauf meines Lebens an, bis zum heutigen Zeitpunkt und ich muss sagen, dass ich verdammt nochmal echt viel Glück gehabt habe. Es gibt 2 Phasen in meinem Leben. Die eine reicht von meiner Geburt bis zum 15.9.2003 und die zweite Phase vom 01.7.2004 bis zum heutigen Tag. Richtig, es fehlen 10 Monate. Diese 10 Monate bilden einen Ausnahmezustand in meinem Leben. Denn in der Zeit war ich in Spanien und bin dort zur Schule gegangen und habe in einer Gastfamilie gewohnt.

Die erste Phase meines Lebens war durchwachsen bis überhaupt nicht toll. Als ich 10 Jahre alt war, verstarb die Mutter meines Vaters, meine Oma, an Krebs. Sie war für mich wie eine zweite Mutter und das hat mich stark getroffen. 3 Monate nach ihrem Tod ereielte uns die Nachricht, dass mein Urgroßvater einen Schlaganfall erlitten hatte, 2 Monate später starb auch er. Dann ging es los. Eine meiner Tanten war ebenfalls an Krebs erkrant, OPs hier, Methastasen dort, meine Urgroßmutter erkrankte an Alzheimer welches sich stetig verschlechterte, mein Opa bekam einen Herzinfarkt und man entdeckte daraufhin auch Krebs bei ihm, kurz darauf verstarb er, sowie meine Urgroßmutter. Während ich in Spanien war verstarb auch meine Tante die an Krebs erkrankt war. Das alles ereignete sich innerhalb von 5 Jahren.

Bevor ich nach Spanien fuhr, war ich eine verschlossene und sehr schüchterne, zurückgezogene Person. Abends und am Wochenende ging ich nie weg, saß nur zu Hause, ging niemals auf andere Menschen zu. Dann allerdings kam das Jahr welches alles veränderte. Ich kam wieder als eine ganz andere Person. Ich war lebhafter, offen für Neues und Menschen, ich war aus meinem Schneckenhäuschen gekommen und stand mitten im Leben. Und seitdem lief alles unglaublich gut. Ich fing in einer Firma an zu arbeiten bei der ich den ganzen Tag weiterhin Spanisch sprechen konnte, lernte dort Spanier und Südamerikaner kennen mit denen ich mich sehr schnell anfreundete und wir hatten eine unglaublich tolle Zeit miteinander. Unter denen war auch meine heutige beste Freundin, ein wahrer Glücksfall, da ich noch nie zuvor eine Person getroffen hatte mit der ich so auf einer Wellenlänge liege und die fast mit mir seelenverwandt zu sein scheint. Als ich in jener Firma aufhörte, war der Übergang nahtlos, da mein Vater mir half in der Firma in der er arbeitet anfangen zu können, weil dort eine Aushilfe gesucht wurde. Und es klappte ohne Probleme. Ich kenne die Firma schon seitdem ich klein war, und hatte immer ein sehr gutes Bild von ihr, welches bestätigt wurde. Mein Abitur im Jahre 2006 habe ich sehr gut gemeistert und irgendwie lief alles glatt. Das nenne ich Glück.

Bin ich nun glücklich dadurch dass ich viel Glück gehabt habe ? Ich denke ich kann mich zumindest glücklich schätzen. Ja. Eigentlich bin ich glücklich. Nein. Ohne Umschweife. Ich bin glücklich. Das ist eine eigenartige Erkenntnis, da ich rund um mich herum, unglaublich viel Gemecker höre. Dies ist schlecht, das nervt, jenes ist doof. Darf man da eigentlich glücklich sein und obendrein auch noch Optimist? Is mir eigentlich ziemlich wurscht. Ich bin es.

In der Liebe wie gesagt, hat es noch nicht so geklappt, habe erst vor 4 Wochen meine ersten Küsse bekommen (ich sage Küsse weil es nicht nur einer sondern sehr sehr viele waren ) und das 3 Wochen vor meinem 21. Geburtstag. Irgendwie traurig, aber es hat alles irgendwie nie gepasst auch wenn es Interessenten gab. Doch ein Weltuntergang is das trotzdem nicht finde ich. Das wird schon.

Also, was ist Glück? Ich denke ein besseres Wort ist Wohlbefinden. Und das ist sehr individuell. Sich wohlfühlen mit dem Leben welches man hat. Aber sich auch trauen etwas zu ändern wenn man merkt es gibt Komponenten die einen nicht erfüllen. Risiken eingehen um das Leben spannend zu halten. Es gibt vieles was einen glücklich machen kann.

Abkommen sollten wir von dem ständigen Rumgenörgel und Kritisieren, von dem Miesmachen und alles grau - meliert sehen. Wenn es soetwas wie Glück gibt, hat jeder Einzelne die Zügel selbst in der Hand....

3.1.08 14:47, kommentieren

Wie räumt man ein Leben auf ?

Ordung ins Chaos bringen. Hört sich eigentlich ganz einfach an. Man fängt an einer Stelle an und arbeitet sich durch das bestehende Chaos durch, bis man am Ende angekommen ist.

Wäre meine Wohnung das zu beseitigende Chaos, dann bräuchte ich vielleicht ein Wochenende und dann wäre es gegessen. Doch in diesem Fall ist es mein Leben. Und wie bekommt man am besten Ordung in ein ganzes Leben, welches von Gefühlen bestimmt wird, von äußeren Einwirkungen beeinflusst wird und welches nicht sehr regelmäßig ist.

Diese Frage stelle ich mir momentan. Ich bin einfach nicht mehr zufrieden mit meinem momentanen Leben, obwohl ich eigentlich fast alles habe. Ich studiere momentan im 3. Semeser, arbeite nebenbei um mir meinen Lebensunterhalt und mein Studium finanzieren zu können, bin Mitglied in Gruppen in denen ich meine Interessen leben kann, wohne seit 8 Monaten in einer WG in der ich mich sehr wohl fühle und habe tolle Freunde, Bekannte und eine Familie die mich liebt und unterstüzt. Was will ich also mehr...

Ich will endlich von der Liebe zu einem Mann loskommen, der mich verarscht hat und mich nicht zu schätzen weiß, ich will endlich mit meinem Körper zufrieden werden und mich in demselbigen wohl fühlen, ich will mein Studium endlich wieder ernster nehmen und erfolgreich darin sein und nicht mehr in den Tag hineinleben. Wo soll ich da anfangen und vor allem wie soll ich das machen ?

Ich gehe langsam kaputt an den Gefühlen zu einem Mann gegenüber mit dem die Freundschaft zerbrochen ist und auch die Kollegialität immer oberflächlicher wird nachdem wir uns an einem Abend näher gekommen sind, weil ich einfach nicht von ihm los komme. Ich würde einfach gerne Abstand zu ihm gewinnen um mein Herz flicken zu können, doch ich sehe ihn drei mal die Woche auf der Arbeit die ich nicht aufgeben kann, aus rein finanziellen Gründen und die ich nicht aufgeben will, aus dem Grund, dass ich mich in der Firma sonst eigentlich sehr wohl fühle. Da komme ich also nicht mit einer Flucht davon sondern muss mich der Situation stellen. Wie, weiß ich noch nicht.

Der Rest ist wohl "nur" eine Frage von Disziplin und guter Überlegung und Planung um mich an den neuen und von mir gewollten Lebenswandel zu gewöhnen. Ich muss die Angst vor dem Loslassen überwinden. Lernen, dass Veränderungen etwas Gutes und Nötiges sind in einem Leben und nicht unbedingt Verlust bedeuten. Weiterentwickeln will ich mich und endlich nicht nur die Idee einer unabhängigen, selbstbewussten, erfolgreichen jungen Frau leben, sondern das Leben einer solchen wirklich leben. Ich weiß, dass in mir mehr steckt als ich mir momentan eingestehen will, ich muss nur einen Kanal finden all jene Dinge herauszulassen.

Es wird schwer, dessen bin ich mir sicher. Aber wenn mein Leben wieder in einer passenden Bahn laufen soll, dann muss ich da wohl durch...

13.1.08 18:16, kommentieren